Fahrt nach Togliatti.

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Über den Wolken
Flug nach Russland

05.08.2009

Begonnen hat die Reise um 04.45 Uhr am Mittwoch Morgen. Um diese Uhrzeit holte uns das Taxi von Leonberg ab und wir fuhren zum Flughafen um mit dem Flugzeug nach Wien zu starten. Die "Turboprop" der Lufthansa startete auch pünktlich um 06:50 Uhr mit einem ohrenbetäubenden Rauschen. Da dieser Flug erst mein zweiter in meinem Leben war und dazu noch eine Propellermaschine zum Einsatz kam, war es schon sehr spannend für mich und meine Freundin. Allerdings war die Besatzung sehr freundlich und wir bekamen auch eine kleine Waffel zum Frühstück. Gegen 8:30 Uhr sind wir dann auch in Wien gelandet... das Wetter war nicht mehr 100% so schön wie am Morgen in Stuttgart, aber dennoch verlief alles ohne Probleme.

 

Am Wiener Flughafen hatten wir dann Pause bis 10:50 Uhr. Bis dahin gönnten wir uns bei StarBucks erstmal einen schönen Milchshake.

 

Kurz vor 10 Uhr haben wir uns dann an die lange Schlange zum Flug nach Russland angestellt. Und da muss ich sagen dass mir da dass erste Mal ein Unterschied zwischen der Abfertigung in Stuttgart und Wien aufgefallen ist. In Wien hat es ewig gedauert bis man durch die Kontrolle hindurch war. Nachdem wir dann auf das "Boarding" gewartet haben, dass erst mit den Reihen 18-28 anfangen sollte (was natürlich nicht funktionierte, da alle gleich hin rannten und die Ansage nur in Deutsch/Englisch war) waren wir endlich in der A320 vom Typ Airbus angekommen. Das Personal von AUA (Austrian Airlines) war auch echt nett... allerdings habe ich nicht verstanden, warum sie nicht Russisch gesprochen haben. Der Flug ging nach Russland und mind. die Hälfte der Personen an Bord waren Russen. Dennoch wurde ganz deutlich mitgeteilt das außer Deutsch und Englisch auch noch Französisch, Italienisch und Spanisch gesprochen wird. Aber dann ging es auch los... etwa 5 Minuten verspätet startete die A320. An Bord gab es während der ca. 2 1/2 Stunden Flugzeit eine kleine Mahlzeit, die durch leichte Turbolenzen gestört wurde.

 

Gegen 15:30 Uhr Moskauer Uhrzeit sind wir auf dem Flughafen "Domodedovo" gelandet. Ich sage nur krass... das Chaos fing schon am Flughafen an. Irgendwie kommt es mir vor als wenn alle Russen hektisch unterwegs sind.

 

Nachdem wir die Koffer gefunden hatten ging es durch die Menge an Leuten und Taxifahrern, die total aufdringlich Fahrten angeboten haben. Durch "Nichtbeachtung" und "drängeln" gelangten wir zum Bus, eine Mischung aus den deutschen Bussen und den so genannten "Marschroutkas". Mit dem Bus sind wir dann in Richtung Moskau gefahren, da der Flughafen ca. 40 km außerhalb Moskaus liegt. Und das war eine Fahrt... hindurch durch "Massen" von Autos, die ohne Verkehrsregeln die Fahrspur kreuzen, davon mal abgesehen das mind. die Hälfte der Fahrzeuge in Deutschland keinen TÜV mehr erhalten würden. Weiter ging es vorbei an Reklametafeln westlicher Firmen und zig Tankstellen mit Benzinpreisen, die bei durchschnittlich 50 Cent pro Liter lagen.


Moskauer Metro

Aber es kam noch "spannender". Die Metro... russische U-Bahn. Mit dieser sind wir dann weiter vom Süden Moskaus zum Norden gefahren. Die Metro ist total beeindruckend... aller 2 Minuten fährt eine U-Bahn pro Strecke. Dabei fahren die so wild, das man hin- und her schaukelt (liegt wahrscheinlich auch daran das die Achsen nicht mehr in Ordnung sind). Beeindruckend dabei ist aber auch das man nur einmal ein Ticket löst und dann egal wie viele Zonen und unbegrenzt an Zeit fahren kann. Und das für 22 Rubel (ca. 50 Cent).


"Moderne" Marschroutkas

Als wir dann nach ca. 2 Stunden im Norden bei einem Bahnhof (Rechnoi Vokzal) angekommen waren, ging es weiter mit einem Marschroutka-"Taxi" nach Dolgoprudny, wo unsere Schlafgelegenheit einer Kollegin auf uns wartete. Marschroutka fahren ist noch wilder als alles andere in Moskau. Wer schon mal im Berufsverkehr in Berlin oder während eines Fußballspiels in Stuttgart mit dem Auto unterwegs war, der nimmt das Chaos mal 3, füge dazu noch "schlechte, staubige" Straßen hinzu und entferne seine "Stoßdämpfer" und schon hat man mal eine Vorstellung davon. Gegen 19 Uhr Moskauer Zeit (also 17 Uhr deutscher Zeit) kamen wir dann auch total fertig in unseren kleinem Quartier an. Ein kleiner Einkauf für den nächsten Tag war dann auch das letzte was wir getätigt haben, bevor wir dann gegen 21/22 Uhr eingeschlafen sind.


Russisches Geschäft
Richtung Roten Platz

06.08.2009

Am nächsten Morgen ging es gegen 8 Uhr weiter. Nach einer recht ruhigen Nacht in einem fremden Bett ging es weiter Richtung "Togliatti", unserem eigentlichen Reiseziel. Nach einem kurzen Einkauf ging es los mit der Moskauer S-Bahn, die auch nur 56 Rubel (etwas über einen Euro) für 2 Personen gekostet hat. Dafür fuhren wir ca. 30 min Richtung Moskauer Innenstadt, da wir noch bis 16:10 Uhr Zeit hatten und bis dahin eins, zwei Sehenswürdigkeiten anschauen wollten. Dazu ging es wieder in die Metro "juchhe".

 

Mit der Metro ging es dann nach mehreren Umsteigen zum "Krasnaja Ploschad" (Rotem Platz). Dazu auch einige Fotos unter Fotos der Reise, die bei wunderbaren Wetter entstanden sind. Verwunderlich für mich waren die Touren zu Sehenswürdigkeiten... die überall ausgerufen wurden.

 

Dabei habe ich eine Marktlücke entdeckt. Die Besichtigungen wurden nur in Russisch ausgerufen... dabei versteht natürlich kein Tourist ein Wort. Daher wäre es meiner Meinung nach besser, wenn die Touren auf Englisch ausgerufen werden. Aber das müssen die "Veranstalter" selber wissen.


Auf dem Roten Platz
Mc Donalds
Auf zum Zug

Nach der Besichtigung des Kreml und Leninmuseums (allerdings nur von außen) haben wir uns gestärkt... und das natürlich typisch für Moskau bei Mc Donalds Smiley Dort haben wir uns 2 Big Mac Menüs Maxi + 6er Chicken Nugget bestellt, wobei wir 405 Rubel, also ca. 9 EUR bezahlt haben. Allein für eine 0.5 Cola haben wir nur ca. 1 EUR bezahlt. Also doch schon recht günstig.

 

Nachdem wir gesättigt waren und die Zeit auch drängte, fuhren wir mit der Metro zum Bahnhof "Kasanski", einer von 3 Bahnhöfen auf einem Platz. Dort fuhr unser Zug ab 16:10 Uhr nach Togliatti ab. In einem "Coupe", einem 4er Abteil mit kleinen Liegen, nur 2 Toiletten im gesamten Waggon (natürlich ohne Dusche), die auch ca. 1 Stunde vor großen Stationen abgeschlossen wurden, da das ausgeschiedene Material wie in der Zeit der DDR noch direkt auf die Schienen gekippt wurde, ging es dann in ca. 19 Stunden Richtung Wolga. So eine Fahrt über Nacht in einem Coupé, wo es nach alten Klamotten etc. riecht, ist es schon sehr spannend.

 

Am 07.08.2009 um ca. 10:50 Uhr (Moskauer Zeit) war es dann auch soweit. Wir waren in Togliatti angekommen und wurden auch herzlichst von den Eltern und Großeltern meiner Freundin empfangen.