10.08.2009
Meine Freundin ist dann alleine mit Ihrer Mutter zum Militärmuseum gefahren.
Montagabend ging es dann ins "Parkhouse", dem größten Einkaufszentrums Togliattis. Dort befindet sich auch ein Real, also fast wie zu Hause. Bei der Fahrt dahin und wieder nach Hause ist mir wieder das "räudige Fahrverhalten" der Russen aufgefallen. Die meisten Straßen hier sind 3-4 spurig, es hält sich keiner an die Geschwindigkeit (innerorts 60 km) und die Spur wird auch ohne Blinken gewechselt. Rote Ampeln werden auch öfters missachtet.
Die Polizei kontrolliert jetzt aber schon ab und zu und es gibt auch Strafen für zu schnelles Fahren oder nicht angeschnallt (was vor einiger Zeit noch keine Pflicht war). Neuerdings gibt es auch eine Strafe zum Überfahren von Zebrastreifen von 500 Rubel (rund 11 Euro), wenn Leute ihn überqueren wollen. Nach und nach wird es auf den Straßen auch zivilisierter.
11.08.2009
Am Dienstag waren wir dann ab Mittags zum Essen bei den Großeltern eingeladen. Und wenn Russen zum Essen einladen dann wird reichlich aufgetischt. Es gab Schnitzel, ähnlich den deutschen nur mit mehr Panade, dazu diverse Rohkostsalate von Roter Beete mit Mayonnaise, Roter Beete mit Mayonnaise und Knoblauch, Roter Beete pur, Krautsalat mit Weißkraut und Möhren usw., dazu auch Kartoffeln und Brot... und natürlich reichlich zu trinken. Was durfte nicht fehlen... natürlich, Wodka. Man muss hier auf jedenfall immer nein sagen, ansonsten ist man schnell am Ende. Denn das Essen geht weiter mit "Schai", also Tee bzw. Kaffee und dazu Torte. Und zwischen durch weiter mit Wodka oder aber Wein. Das Bier hier wurde mir nicht angeboten, da man es angeblich nicht trinken kann, weil es nicht schmeckt.
Das Essen zog sich dann bis in die späten Abendstunden hin, wobei auch interessante Gespräche geführt wurden. So erfuhr ich das ca. die Hälfte der Bevölkerung (der rund 800.000 Menschen) allein im "Auftowas", dem Autowerk "Lada" angestellt sind, in dem letztes Jahr bis zu 750.000 Fahrzeuge für hauptsächlich Russland aber auch einige andere Staaten hergestellt wurde. Allerdings sieht es dieses Jahr auf Grund der Krise nicht so toll hier aus. Die Produktion wurde auch hier im August stillgelegt, wobei dieses Jahr auch weniger als die Hälfte der Menge an Fahrzeugen hergestellt werden soll. Hier schaut es eben auch nicht besser aus...
12.08.2009 / 13.08.2009
Gleich morgens ging es am 12.08.2009 los zur Dadscha, einer Art "Bungalow" mitten in der Provinz am Rande der Stadt. Dorthin ziehen sich die Menschen zurück wenn Sie vom Großstadtlärm und der Luft, die hier wie in DDR-Zeiten nach 2-Takt-Motoren und Motoröl riecht, zu viel haben. Dabei ging es gleich morgens um viertel vor 8, also 7:45 Uhr los Richtung Bushaltestelle, da der Bus nur einmal am Tag Richtung Dadscha hin- und abends zurück fährt. Als wir an der Haltestelle ankamen war dort schon wieder ein Andrang wie in Ostzeiten beim Bananenverkauf. Der Bus fuhr zwar erst um 9:00 Uhr allerdings waren jetzt schon zig Leute da um sich einen begehrten Sitzplatz zu reservieren. Dann ging es auch los, für insgesamt rund 1.20 EUR eine Stunde Busfahrt über holprige Straßen, an vielen Ständen am Straßenrand mit Milch- und Wurstverkauf vorbei Richtung Dadscha.
Dort angekommen verbrachten wir einen wunderschönen Tag und Abend mit den Eltern meiner Freundin, der total sonnig und ruhig war. Abends gab es gegrillten Fisch und man konnte dort richtig schön entspannen.
Am 13.08. ging es dann gegen Mittag mit dem Marschroutka wieder zurück in die Stadt. Marschroutka fahren war ja schon in Moskau ein Erlebnis, aber hier war es noch spannender. Dabei habe ich auch erfahren das diese Art von Beförderung wieder gegen Kleinbusse ausgetauscht werden soll, da diese Fahrzeuge, ähnlich eines Sprinters, aber zumeist auf Gazelleplattform viel zu schnell und unsicher sind.
Abends am 13.08.2009 ging es dann noch zu einer Verwandten, wo wir wiederum zum Essen eingeladen waren. Diesmal hatten wir uns einem "französischen" Weißwein gewidmet, der gut zu dem gebackenen Apfelkuchen schmeckte ;o) Nach interessanten Gesprächen bis tief in die Nacht fuhren wir wieder nach Hause.
14.08.2009
Am 14.08.2009 haben wir das schöne Wetter genossen und neben dem Einkauf noch einen kleinen Spaziergang im städtischen Park unternommen. Dieser unterscheidet sich nicht unbedingt von Parks in Deutschland. Einzig die vielen Brautpaare, die für verschiedene Fotos an die Locations fahren, vielen auf. Ansonsten hatte ich den Abend mit Lesen verbracht, während dessen meine Freundin mit einer Freundin unterwegs war... Frauenabend, muss auch mal sein. Am 15-ten ging es dann in die Nachbarstadt Samara, einer rund 2 Mio.-Einwohner großen Stadt an der Wolga.
15.08.2009
Am Morgen ging es los nach Samara, einer 2-Mio-Stadt hier in der Region. Um 10:15 Uhr fuhr der Bus, der jede halbe Stunde zu der rund 1 1/2-stündigen Fahrt aufbricht, los. Auf holprigen Straßen durch weite Landstriche kamen wir gegen 12 Uhr am "Busbahnhof" an. Weiter mit dem Marschroutka und Bus ging es durch die Stadt Richtung "Bahnhof".
In einer Bäckerei aßen wir dann zu Mittag. Das Ungewöhnliche war dabei, dass es hier außer Brot und Kuchen auch Warmes vom Grill oder Suppe gab.
Nach dem Essen ging es weiter durch die Stadt, zum neu erbauten Bahnhof und dann zu Fuss zur Wolga. Dabei sind wir durch den alten Teil der Stadt gelaufen, wo noch viele Häuser stehen die älter als 50, 60 Jahre sind. Der Zustand der Häuser war allerdings beängstigend... zerfallen und teilweise ausgebrannt. Und dennoch wohnen darin Leute.
Es ging weiter durch den Park zur Wolga. Dort haben wir uns erstmal etwas abgekühlt.
Später ging es mit der Straßenbahn und dann Marschroutka in einen Stadtteil zur Übernachtung.
Nach einen schönen, ruhigen Abend mit vielen Gesprächen ging es am 16.08.2009 wieder zurück nach Togliatti.











